DIE GESCHICHTE
Lynn Zapatek putzt im Hotel Eden, und sie putzt gründlich. Wo andere Zimmermädchen nichts mehr sehen, fängt es bei Lynn erst an. Immer länger bleibt sie in den Zimmern, gebannt von allem, was sie dort sieht und findet: Zettel, Bücher, Kulturbeutel, Medikamente. Zunächst ist Lynn noch vorsichtig, dann wird sie immer dreister. Sie beschnuppert nicht nur die fremden Kleider, sie zieht sie auch an. An einem Dienstag hört Lynn Schritte auf dem Flur und weiß sofort, sie werden Halt machen vor dem Zimmer, in dem sie steht und längst nicht mehr stehen darf. Sie hört den Schlüssel im Schlüsselloch und ihr bleibt nur ein einziger Zufluchtsort: Lynn kriecht unters Bett und verbringt die Nacht dort. Mit dem Gast über ihr. Den anderen auf den Leib rücken, ihrem Leben nachspüren: Lynn weiß schnell, dass sie es wieder tun wird, tun muss. Von nun an liegt sie jeden Dienstag unter den Betten der Gäste und lauscht auf das, was über ihr geschieht. Den Menschen nah und zugleich fern: wie unsichtbar. Das Zimmermädchen ist das intensive Porträt einer eigenwilligen, obsessiven, jungen
Frau. Es ist die intime Geschichte einer Suchenden, die wissen will, wie den Menschen gelingt, was ihr selbst so schwerfällt - das Leben.
DIE STIMMUNG
Markus Orths erzählt aus Lynns Kopf heraus, sehr temporeich. Er lässt uns teilhaben an der Enge, dem Staubigen Raum zwischen Bett und Teppich. Was wir dort erleben ist ein Wahrnehmungsparadis. Imaginär und grenzenlos ist der Raum. Gerüche, Geräusche, die wenigen sichtbaren Details. Auch wir sind vom Leben der Anderen nur ein Zentimeter vom Lattenrost enfernt.
unsichtbar, intim, dunkel, staubig, reizvoll, magnetisch, extrem, dreist, gründlich, zwanghaft, beklemment, gebannt, beschnupern, nachspüren,lauschen, intensiv, eigenwilig, leise, obsesiv, akribisch, liebevoll, traurig, durchsuchen, belauschen, schnüffeln, krankhaft, unvorhersehbar, heimlich, seltsam, ungewöhnlich, unheimlich
DIE UMSETZUNG
Echtfilm, Typografie und Grafik sollen miteinander kombiniert werden. Der Echtfilm entstand in einem Hotel und die Typografie lehnt sich an Textpassagen aus dem Buch. Der Film sollte die oben genannten Stimmung wiedergeben. Es wird aus dem Kopf der Lynn heraus erzählt. Sie bewegt sich fast unsichtbar, vorallem durch die Hotelzimmer. Somit wurden lediglich Stimmungen und Gegenstände gefilmt, keine Menschen. Es sollte viele Detailaufnahmen geben (z.B. Bett, Zahnbürste,Bademantel etc.). Als würden wir selber diese Gerüche aufnehmen und die Objekte anfassen und beschnüffeln.














